Einordnung nach Datenblatt und Ausstattung – für wen sich das Gerät lohnt und für wen nicht.
Für wen die Brother CV3550 gemacht ist
Diese Maschine ist die dritte im Haushalt, nicht die erste. Sie passt zu dir, wenn Nähmaschine und Overlock schon stehen und dich nur noch eines stört: der Saum. Gemeint ist die Naht, die du von jedem gekauften Shirt kennst, vorne zwei oder drei parallele Steppnähte, hinten die elastische Kettelnaht, die beim Überziehen mitgibt statt aufzureißen. Genau diese Naht legt die CV3550, und sonst nichts.
Bemerkbar macht sich das an allem aus Jersey, Sweat oder Feinstrick: Shirtsäume, Ärmelbündchen, Halsausschnitte, Leggingsbeine, Kinderkleidung, die gedehnt und wieder ausgezogen wird. Wenn du bisher mit der Zwillingsnadel gesäumt hast und dir die Säume nach ein paar Wäschen zu locker oder zu gewellt wurden, fängt eine reine Coverstich-Maschine an, sich zu lohnen. Wie sie sich gegen die Kombigeräte einordnet, steht in der Liste der besten Coverlocks.
Was die Ausstattung im Alltag bedeutet
Die Durchgangsbreite von 155 mm entscheidet hier über Ärger oder kein Ärger. So viel Platz hast du rechts der Nadel, und so groß muss der Schlauch mindestens sein, den du um den Arm drehst. Ein Kinderärmel passt entweder herum oder nicht, und im zweiten Fall nähst du den Saum flach vor dem Zusammensetzen.
Die Stichbreite von 3 bis 6 mm stellst du nicht an einem Rad ein, sondern über die Nadelpositionen: schmal für Bündchen und dünnen Jersey, breit für Shirtsäume und Sweat. Welche sieben Sticharten das im Einzelnen sind, listet das Handbuch auf. Die Zahl auf dem Karton ist ohnehin kein Auswahlkriterium, die Nadelabstände sind es.
Der Differentialtransport arbeitet gegen zwei entgegengesetzte Fehler: Jersey, der sich zu Wellen schiebt, und Feinstrick, der sich zusammenzieht. Der anpassbare Nähfußdruck greift an derselben Stelle an, bei dünner Ware oft wirksamer. Die Angabe 2/3/4/5 Faden sagt nur, wie viele Fäden an einem Stich beteiligt sein können.
Wo die Grenzen liegen
Erstens: Die CV3550 hat kein Messer, sie schneidet keine Kante und versäubert nichts. Wer sie ohne Overlock kauft, hat eine Maschine für den letzten Arbeitsschritt und keine für die davor.
Zweitens ersetzt sie die Nähmaschine nicht. Knopflöcher, Reißverschlüsse, Abnäher und jede Steppnaht mitten in der Fläche bleiben dort.
Drittens braucht sie einen festen Stellplatz, sonst verliert sie ihr Hauptargument. Der Sinn einer reinen Covermaschine liegt darin, dass sie eingefädelt neben der Overlock steht und sofort läuft. Wer sie nach jedem Projekt wegräumt, hat den Umbauaufwand einer Kombimaschine ohne deren Funktionsumfang.
Viertens, ehrlich gerechnet: Für ein paar Säume im Jahr ist das zu viel Maschine. Eine Zwillingsnaht auf der Nähmaschine kommt optisch nahe genug, und Webware braucht diesen Stich ohnehin nicht.
Was du dazu brauchst
Der am häufigsten unterschätzte Folgekauf ist das Garn. Eine Covermaschine zieht mehrere Fäden gleichzeitig, und Haushaltsrollen mit hundert Metern sind dafür die falsche Größe.
- Konen, mindestens vier gleiche je Farbe. Mit zwei Konen bekommst du einen breiten Deckstich gar nicht erst eingefädelt. Passende Sätze stehen in der Übersicht zum Overlockgarn.
- Bauschgarn für den Greifer. Das texturierte Polyestergarn plustert sich beim Nähen auf und deckt die Rückseite weich ab. Am Halsausschnitt merkst du das direkt auf der Haut.
- Nadeln im richtigen System. Covermaschinen verlangen meist einen eigenen Nadeltyp mit längerem Kolben, häufig ELx705. Universalnadeln lassen sich einsetzen und gehören trotzdem nicht hinein. Prüfe das System im Handbuch, bevor du Vorrat kaufst.
- Fadennetze und ein Pinsel. Glatte Konen rutschen sonst von der Rolle, und der Fadenstaub unter den Greifern will regelmäßig heraus.
Die Reihenfolge im Fadenweg, erst der Greifer und dann die Nadeln, erklärt der Ratgeber zum Einfädeln.
Im Vergleich zu den Alternativen im Sortiment
Die direkte Gegenspielerin ist die Bernette 48 Funlock, eine Kombimaschine mit Overlockstichen von 3 bis 7 mm und Coverstichen in 2,8 und 5,6 mm. Sie deckt beide Aufgaben in einem Gehäuse ab, kostet dich aber bei jedem Wechsel zwischen Versäubern und Säumen einen Umbau samt neuem Einfädeln. Die Regel ist einfach: Hast du noch keine Overlock, nimm die Kombimaschine. Hast du eine, ist die CV3550 der ruhigere Weg.
Die Janome CoverPro 3000P ist die andere reine Covermaschine im Sortiment, mit drei Nadeln, doppelseitigem Top-Cover in 3 und 6 mm, integriertem Einfädler und Kugellagern. Beim Vergleich der Platzangaben gilt Vorsicht: Brother nennt 155 mm Durchgangsbreite, Janome einen Durchlass von 143 x 100 mm, die Werte sind unterschiedlich gemessen. Miss im Zweifel das engste Bündchen nach, das bei dir regelmäßig anfällt.
Die Singer 14T968DC ist der günstigste Einstieg in beide Funktionen, auch dort steht der Umbau an.